Ermittlung der Hintergrundkonzentration für Bioaerosole an vier sächsischen Standorten

Projektlaufzeit

06/2013 - 12/2015

Projektziele

Die Messungen sollen:

  • eine Aussage zur Hintergrundkonzentration von Bioaerosolen ermöglichen,
  • einen Vergleich zu Literaturwerten und Messungen in anderen Regionen ermöglichen,
  • zur Abschätzung der Hintergrundbelastung in konkreten Genehmigungsverfahren an anderen Standorten Sachsens heranziehbar sein.
     

Projektergebnisse

  • Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden vier sächsische Standorte beprobt und auf Bioaerosole analysiert. An jedem Standort wurden mindestens 12 Messtage im Zeitraum Mai bis Oktober realisiert. Untersucht wurden die Summenparameter Gesamtbakterienzahl, Gesamtpilzzahl und Endotoxine sowie die für Tierhaltungsanlagen festgelegten Leitparameter Staphylokokken spp., Enterokokken spp. sowie Staphylococcus aureus. Für Sachsen liegen damit erstmals hinreichend belastbare Daten über die Hintergrundkonzentration von für landwirtschaftliche Anlagen relevanten Bioaerosolen (VDI 4250 Bl. 3) vor.
  • Der Median der Gesamtpilzzahl lag im ländlichen Hintergrund bei 1800 KBE/m³.
  • Der Median der Gesamtbakterienzahl lag im ländlichen Hintergrund unterhalb der Bestimmungsgrenze.
  • Für Endotoxine besteht kein standardisiertes Immissionsmessverfahren, daher wurde ein Hausverfahren als Kombination einer Probenahmevorschrift für Endotoxine in der Emission und der Anwendung des LAL-Tests entwickelt. Für die Konzentration von Endotoxinen im ländlichen Hintergrund wurde der Median zu 0,2 EU/m³ ermittelt.
  • Staphylokokken konnten im ländlichen Hintergrund nachgewiesen werden. Der Median für die Konzentration an Staphylokokken im ländlichen Hintergrund lag unterhalb der Nachweisgrenze.
  • Enterokokken sind im ländlichen Hintergrund maximal in Spuren vorhanden.
  • Bei keiner Probe konnte Staphylococcus aureus isoliert bzw. nachgewiesen werden.
  • Mit den ermittelten Hintergrundmesswerten kann die Verfahrensweise im LAI-Bioaerosol-Leitfaden bezüglich der Einführung von Leitparametern bestätigt werden. Die Genehmigungsbehörden sind in die Lage versetzt im Rahmen von Genehmigungsverfahren die Hintergrundbelastung zu benennen. Es kann empfohlen werden, die Summenparameter künftig nur noch ergänzend zur Plausibilitätskontrolle heranzuziehen.

Ansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 52: Anlagenbezogener Immissionsschutz, Lärm

Michael Lohberger

Telefon: (0351) 2612-5216

Telefax: (0351) 2612-5099

E-Mail: Michael.Lohberger@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.smul.sachsen.de/lfulg

Abschlussbericht

Schriftenreihe Heft 4/2016, Hintergrundkonzentration für Bioaerosole
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